

HAITI - Mit heilenden Händen
Schwerpunkt: GesundheitProjektnummer: 243
Gesundheitsversorgung für Menschen in entlegenen Dörfern
Sie entkamen dem Chaos nach dem Erdbeben. Eine Fähre brachte sie auf die Westseite der Insel. Die ansässige Bevölkerung teilt das Wenige, das sie hat. Aber wer arm ist und dann auch noch krank wird, kommt in eine dramatische Lage. Denn es gibt kaum medizinische Versorgung. Nicht selten führen so auch leicht behandelbare Krankheiten zum Tod.
Gesundheitshelferinnen und Hebammen mit medizinischer Grundausbildung können dazu beitragen, MIT HEILENDEN HÄNDEN die Situation zu verbessern. Leichtere Fälle werden vor Ort versorgt, schwere in das nächste Krankenhaus weitergeleitet. Aufklärung über Vorbeugung, Hygiene und Ernährung helfen Krankheiten und Infektionen zu verhindern.
Krank und hilflos
„Meine Frau hat seit Tagen hohes Fieber und schweren Durchfall. Wir haben keine Medikamente, es gibt keinen Arzt in der Gegend und das nächste Krankenhaus ist für uns ohne Fahrzeug nicht erreichbar. Wir können nur hilflos zuschauen, warten und hoffen.“
Jules und seine Familie zählten zu den Glücklichen, die auf einer Fähre nach Jérémie, im äußersten Westen der Insel Platz fanden. Weit weg vom Chaos und der Verzweiflung nach dem verheerenden Erdbeben in Port-au-Prince. Aber die Atempause dauerte nur kurz, denn das Elend reiste mit und die Familie ist heute akut gefährdet. Es gibt kaum ärztliche Versorgung, die Spitäler sind zu weit entfernt, für Behandlungen und für Medikamente fehlt das Geld.
Keine Hilfe für Kranke
Die Gesundheitsversorgung auf Haiti ist völlig unzureichend. In den meisten ländlichen Gebieten gibt es außer traditionellen Naturheilern keine medizinische Hilfe. Die wenigen öffentlichen Gesundheitszentren befinden sich in den Städten. Sie verfügen über zu wenig Arzneimittel, Geräte und kaum Personal. Medikamente und Spitalsgebühren kann sich praktisch niemand leisten. Denn: 80 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Das Risiko krank zu werden, ist aufgrund von verschmutztem Trinkwasser, fehlenden Sanitäranlagen und kaum vorhandener Aufklärung enorm hoch. Infektionen, Tuberkulose, Typhus, Hepatitis, Aids sowie chronische Mangelernährung führen zu einer sehr niedrigen Lebenserwartung.
Katastrophale Lebensbedingungen
Naturkatastrophen wie Hurrikans und Erbeben rauben der von Hunger und Elend schwer geprüften Bevölkerung regelmäßig die bescheidene Existenzbasis. Seit der Erdbebenkatastrophe vom Jänner 2010 ist die Situation in der abgelegenen Region um Jérémie noch angespannter.
„Über 120.00 Menschen aus den Erdbebengebieten haben bei uns Zuflucht gefunden. In unserer Diözese mussten schon vorher zwei Spitäler für 35.000 Menschen reichen. Jetzt ist die Situation noch dramatischer.
Die wenigen Gesundheitsposten der Caritas Jérémie sind oft die einzige Möglichkeit für eine rasche und unkomplizierte Hilfe“, schreibt Jean Baptiste, der Projektleiter.
Die meisten Menschen, die hier Zuflucht suchten, sind Rückwanderer. Die Suche nach Arbeit hat sie einst hoffnungsvoll nach Port-au-Prince, der heute völlig zerstörten Hauptstadt, getrieben.
Stilles Leiden
Von der alltäglichen Misere in den abgelegenen Gebieten wissen nur wenige. Fehlende Straßen und Kommunikationsmöglichkeiten versperren den Weg nach außen. Besonders betroffen und allein gelassen sind Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder. Jedes Jahr sterben viele Frauen während der Schwangerschaft oder bei der Entbindung. Jedes fünfte Kind erreicht das fünfte Lebensjahr nicht.
„Mehr denn je gilt bei uns heute die traurige Wahrheit: Wer arm ist, wird häufiger krank und stirbt früher.“
Kleine Hilfe – große Wirkung
Angesichts der dramatischen Situation hat die Caritas Jérémie 1991 begonnen, mit Hilfe unserer Partner-Organisation Misereor ein einfaches, aber effizientes Gesundheitsnetz aufzubauen.
„Da Ärzte und Spitäler für die Menschen hier nicht erreichbar sind, müssen wir zu ihnen kommen. Mit unseren kleinen Gesundheitszentren ist es möglich, ein Stück Gesundheit zu den Familien zu bringen“, erklärt der Projektleiter und setzt fort:
„Es wurde schon viel ereicht, und wir können stolz auf unsere Erfolge sein.
In den ersten Jahren wurden in 16 von 37 Pfarren die Grundlagen für unsere Gesundheitsarbeit aufgebaut. Das bedeutet neben der Errichtung von Gesundheitszentren und kleinen Apotheken in den Dörfern auch die Ausbildung von Gesundheitshelferinnen und Hebammen. Fundament der nachhaltigen lokalen Gesundheitsversorgung ist der Aufbau von Komitees in jeder Gemeinde und ihre Zusammenarbeit. Das war dann auch unsere Schwerpunktarbeit in den letzten Jahren.“
Ein Stück Gesundheit
Das rasante Bevölkerungswachstum und die steigende Verelendung der Menschen durch Katastrophen erfordern einen raschen Ausbau des Gesundheitssystems: den Bau neuer Zentren, die Ausbildung weiterer Gesundheitshelferinnen und Hebammen sowie eine Aufstockung der Medikamentenvorräte in den lokalen Zentren.
Mit diesem neuen Projekt sollen nun die Ausbildung und der Einsatz von weiteren Gesundheitshelferinnen sichergestellt und das Projekt auf die stark wachsende Zahl von Bedürftigen ausgeweitet werden. Das bedeutet:
– Aus- und Weiterbildung von 40 Gesundheitshelferinnen und 60 Hebammen,
– Schwerpunkt in der Mutter-Kind-Betreuung,
– Versorgung der Zentren und kleinen Apotheken mit den wichtigsten Medikamenten,
– begleitende Aufklärung über Prävention und gesunde Ernährung,
– Stärkung bzw. Aufbau von lokalen Gesundheitskomitees als Basis in den Dörfern.
Wirkungsvoll und preisgünstig
Dieses Gesundheitskonzept bringt kostengünstig effiziente Hilfe in eine vergessene Region und berücksichtigt die prekäre Situation der Menschen. Die Gesundheitszentren sind die Anlaufstelle für die Gesundheitshelferinnen und Hebammen bei schweren Erkrankungen und komplizierten Geburten. Zentren für die Versorgung in den Gemeinden um Jérémie sind die kleinen Apotheken mit einem Grundstock an Medikamenten und die individuelle Versorgung durch lokale Gesundheitshelferinnen und Hebammen.
Unser Beitrag
Für die Ausbildung, die Ausstattung mit den wichtigsten Medikamenten und den Einsatz für eine Gesundheitshelferin oder eine Hebamme werden durchschnittlich 181,– Euro pro Jahr erbeten. Die Kosten für einen Monat belaufen sich auf durchschnittlich 15,– Euro.
Mit dem nötigen Wissen, den erforderlichen Medikamenten und Mit heilenden Händen erreicht die Gesundheitsversorgung auch die Kranken in entlegenen Gebieten.
Machen wir es möglich.
Finanzieller Anteil:
181,– EUR (Ausbildung, Ausstattung und Einsatz von 1 Gesundheitshelferin oder 1 Hebamme pro Jahr => Betrag von 1 Mikro
Anteilstein:
15,– EUR (Kosten für einen Monat) => Betrag von 1 Anteilstein
Projektdurchführung:
Misereor (Partner-Organisation des Klubs)
Caritas Jérémie (Durchführung im Einsatzgebiet)
Père Jean Baptiste (Projektkoordinierung)
Projektstart:
Juli 2010






